Kathedralen Ruine

Ein Tutorial zum Bau einer Ruine im Stil einer Kathedrale!
Diese Ruine soll eine zerstörte Kathedrale des Imperiums im WH40K Universum darstellen.
           
Für die Fertigstellung dieses oder ähnlicher Gebäude, sollten folgende Werkzeuge & Materialien vorhanden sein:
           
Ein "Thermodraht" Schneidegerät in Form eines Tisches, auch "heißer Draht" genannt. (es gibt einige Hersteller dieser Geräte und auch Anleitungen zum Bau eigener Konstruktionen siehe Link bereich)
Plasticsheet oder auch Plasticcard, das sind Kunststoffplatten in verschiedenen Stärken die im allg. im gut sortierten Modelbauladen zu bekommen sind (zur Not geht auch starke Pappe zum Erstellen der verschiedenen Schablonen)
Polystyrol (PS) Hartschaumplatten (Styrodur, Domodur, etc.) im allg. werden diese Platten in verschieden Stärken angeboten, meist werden sie im Hausbau zur Wärmeisolierung verwendet.
Hartfaserplatte oder eine andere geeignete Basis für das entstehende Gebäude (oft verwende ich Schnitt/ oder Bruchreste von Schrankrückwänden die es günstig im Baumarkt zu kaufen gibt).
Spachtelmasse auf Gipsbasis zum verspachteln kleiner *Fehler* und für die abschließende Struktur des Gebäudes (bei diesem Geländeteil habe ich Fertigspachtel verwendet, weil mir die leichte Verarbeitung gefällt, zudem hat Fertigspachtel die Eigenschaft auch auf Polystyrol Hartschaumplatten sehr gut zu haften).
Holzspieße/Zahnstocher etc. um einigen Verbindungen mehr Stabilität zu geben.
Holz/Weißleim zum verkleben der einzelnen Bauteile
Skalpell, Cutter o.ä. mit genügend Austauschklingen, da das Material die Klingen sehr schnell stumpf werden lässt.
Einen Zirkel zum erstellen von Bögen auf den Schablonen.
           
     

Tutorial

   
 
   





1. Als Basis für das Geländeteil habe ich eine Hartfaserplatte benutzt, die ich an einigen Kanten mit einem Messer noch abgeschrägt habe. Die Straßenseite habe ich extra unbehandelt gelassen um eine Kante zu bekommen die als Straßenbegrenzung gelten könnte. Als Fundament für das Gebäude habe ich PS-Platten (Styrodur) auf eine Stärke von 10mm geschnitten und auf einer Seite eine Bruchkante angedeutet. Zum verkleben der Fundamentplatten habe ich eine Heißklebepistole benutzt, um ein Verformen der Hartfaserplatte durch Feuchtigkeit die in "normalem" Leim enthalten ist, zu verhindern.

 

 

2. Als nächstes habe ich die Säulen erstellt. Als Vorlage dienten mir Säulen aus der Gotik, die meist mit Rippen und anlehnenden Rundsäulen verziert sind. Nur dienten bei meinen Säulen viereckige Pfeiler als Grundgerüst er besteht aus einem Mittelpfeiler auf den an die Flächen nochmals kleine Streben geklebt worden sind. In die Ecken wurden dann lange Holzspieße geklebt um die erwähnten Rippen/Rundsäulen darstellen zu können.
  3. Als nächstes habe ich die Säulen auf dem Fundament positioniert. Unter die Säulen habe ich Sockel gestellt, die an den oberen Kanten eine Fase bekommen haben und auf eine dünne etwas größere Platte gelegt wurden. An die Front des Gebäudes habe ich aus mehreren dünnen Platten eine Freitreppe gesetzt.
   
 
   
  4. Für die relativ komplexen Seitenbögen, habe ich mir aus Plastic Card (dicke Pappe geht auch, ist aber nicht ganz so stabil) entsprechende Schablonen geschnitten. Die Kreisbögen habe ich mit einem Zirkel aufgezeichnet, über diesen habe ich ein wenig Raum für die Verstrebung gelassen.
  5. Mit diesen Schablonen habe ich mir dann aus etwa 2mm dünnen Styrodur-Platten, die einzelnen Lagen ausgeschnitten. Die beiden Seiten habe ich auf den mittleren 5mm starken Hauptbogen aufgeklebt, um den Effekt der Überbögen zu bekommen habe ich den Radius auf den Schablonen der Außenteile um jeweils 3mm vergrößert.
  6. Beim dem Verkleben der einzelnen Teile sollte man vor allem darauf achten das die Bögen in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Die Ränder der einzelnen Querstreben können später dann noch auf Maß geschnitten werden.
   
 
   
  7. Um eine stabile Verbindung zwischen den Querstreben und den Außenpfeilern des Gebäudes zu bekommen, habe ich die Klebestellen zusätzlich mit kleinen Holzstecken (Zahnstochern), die ich auf die richtige Länge gebracht habe, verbunden.
  8. Die Verbindung zu den inneren Strebpfeilern habe ich zunächst nur geklebt, nach längerem überlegen, habe ich diese Verbindung dann nachträglich noch mit Zahnstochern verstärkt (siehe Bild 12).
  9. Das untere Profil der Querstreben habe ich dann mit verschieden dünn geschnittenen Lagen Styrodur ein wenig weiter geführt.
   
 
   
  10. Die Wände bestehen aus mehreren Lagen Styrodur. Dem unteren Fensterbereich, einem stabilisierendem Mittelsteg, einem oberen Rundfensterbereich und dem Abschluss zu Decke hin mit gotischen Bögen. Alle Segmente (bis auf den Mittelsteg) wurden aus 3 Lagen erstellt. Um an den Fensterkanten eine weitere Abstufung zu bekommen, habe ich in die mittlere Lage der Wand das Fenster etwas kleiner in der Breite ausgeschnitten. Natürlich verkleinert sich dadurch auch das Bogenmaß für den oberen Teil (für einige Standartmaße machen sich Schablonen zum Fenster schneiden auch sehr gut).
  11. Für den vorderen Treppenbereich habe ich ein Eingangsportal ähnlich der Seitenfenster geschnitten, auch aus 3 Lagen bei denen die Breite nach innen abnimmt, um auch hier Überbögen zu bekommen. Das Symbol das über das Portal geklebt wird, habe ich mit einem Kugelschreiber aufgemalt und mit einem Skalpell ausgeschnitten.
  12. Nachdem ich die Wandsegmente miteinander verklebt hatte, habe ich auf das Fundament zwischen den Strebpfeilern, einen Streifen als Sockel für die Wände geklebt. Um danach die Wände selbst zwischen die Pfeiler zu kleben (ein Gummiband hilft die Wände mit den Pfeilern zu verspannen, man muss jedoch darauf achten das sich das Band nicht in das Material schneidet).
   
 
   
  13. Nachdem die Wände verklebt wurden, habe ich nun die Bodenfliesen verlegt (etwas Hilfe kann nie schaden). Für die Fliesen habe ich Styrodur in ca. 1mm dünne Streifen geschnitten, um dann quadratische Platten daraus zu schneiden.
  14. Als nächstes habe ich die Verbindungen zwischen den einzelnen Innenpfeilern gebastelt. Für den Bogen habe ich einen einfachen Kreisbogen gewählt, weil er sich schneller und einfacher herstellen lässt als ein Spitzbogen (Für Kreis Bogenschnitte: eine Reißzwecke mit dem Kopf nach unten auf den Schneidetisch mit einem Streifen Klebeband aufkleben und als Drehpunkt für den Schnitt verwenden).
  15. Da dieses Gebäude eine Ruine darstellen soll, habe ich zwei der Bögen intakt gelassen. Die anderen wurden nur angedeutet um den Eindruck zu erwecken, dass dieses Gebäude einstmals viel größer war. Ein Teil eines abgebrochenen Pfeilers habe ich auf dem Boden platziert, um später noch ein paar Geröllhaufen daneben zu positionieren.
   
 
   
  16. Das Erdgeschoss war soweit fertig, nun ging es an das Dach. Nachdem ich nun die Wände alle umlaufend auf der Oberseite mit einer schmalen Styrodurplatte bedeckt hatte, wurden nun die Pfeiler für das Dachgeschoss auf die entsprechenden Stellen über den darunter liegenden Pfeilern positioniert. Um die oberen Pfeiler sicherer zu verbauen habe ich die Zahnstocher, die die anlehnenden Rundsäulen darstellen, etwas länger am unteren Ende gelassen, um sie damit mit der darunter liegenden Struktur zu verbinden.
  17. Da es sich ja um den Seitenteil einer Kathedrale handeln sollte habe ich das Dach nur zu einer Seite (der Straßenseite) abfallen lassen, weswegen die Pfeiler zu dieser Seite auch etwas kleiner als zur Mitte hin ausfallen.
  18. Für die Verbindung zwischen den Pfeilern habe ich zwei Dachschrägen mit Fensterbögen geschnitten, auf diesen werden dann die Querlatten für die Dachdeckung gelegt.
   
 
   
  19. Nachdem ich die Wände zur Straßenseite mit einem Oberlicht in Form von Spitzbögen für den Dachbereich versehen hatte, habe ich die oberen Wandkanten mit einem Abschluss versehen, damit die mehreren Lagen nicht mehr zu sehen waren.
  20. An die Pfeiler der Innenseite habe ich nun wieder Teile von Rundbögen geklebt. Nach einigem Überlegen bin ich auf die Idee gekommen das die vorderste Dachschräge (zum Eingang hin) besser aussieht mit einem rundem Fenster, also raus mit dem alten Spitzbogen und ein rundes Fenster hinein.
  21. Auf den oberen Wandabschluss habe ich dann die Dachlatten (Balsaholz) die einmal die Ziegel halten sollten aufgeklebt und am eingestürzten Ende entsprechend abgebrochen. Die Ziegel sind ähnlich wie die Bodenfliesen aus vielen Styrodurplättchen geschnitten, und auf die Dachlatten mit Weißleim geklebt worden.
   
 
   
  22. Für den Innenbereich brauchte ich nun noch ein paar Gegenstände die daran erinnern könnten, das dies einmal eine Kirche oder ähnlich wichtiges Gebäude gewesen war. Ich entschied mich für ein Banner, sehr abgerissen und schmutzig (so konnte ich mir eine aufwendige Bemalung sparen).
  23. Das Banner ist aus einem Papiertaschentuch das ich mit Wasser verdünntem Leim bestrichen habe (wenn das Taschentuch gut mit dem Leim/Wasser Gemisch getränkt ist, lässt es sich auf einem Holzspieß sehr gut in Position bringen). Danach einfach in hängendem Zustand in Ruhe trocknen lassen.
  24. Für den Außenbereich mussten nun noch ein paar Kampfspuren gemacht werden. Den relativ langen Seitengang habe ich mit einem großen Krater unterbrochen. Dazu habe ich ein paar kleine Keile aus Styrodur geschnitten und sie in Kreisform angeordnet. Das Fundament musste an dieser Stelle auch zerstört werden. Dieses Gebilde dann noch mit Spachtelmasse/Gips fertig zum Krater modellieren.
   
 
   
  25. Um dem ganzen Gebäude nun eine realistische Oberfläche zu geben, habe ich etwas Spachtelmasse und Wasser zu einer "Strukturmasse" gemischt, und sie mit einem Pinsel aufgetragen (kleine Fehler lassen sich mit dieser Masse auch sehr schön verdecken).
  26. Für das Geröll habe ich kleine Bruchstücke und Reste vom Schneiden auf dem Boden verteilt, für loses Geröll wurde dann wieder Spachtelmasse verwendet und beides miteinander kombiniert. Zum Schluss habe ich dann noch mit Vogelsand den restliche Boden bestreut.
  27. Für die Grundierung benutze ich schwarze Abdeck/Dispersionsfarbe, die teilweise auch mit Wasser auf die richtige Konsistenz zum verstreichen gebracht wird. Wem das bemalen zu langsam geht kann auch Sprühgrundierung benutzen, jedoch muss man dabei besonders gut darauf achten das kein Styrodur unbedeckt ist, da das Treibgas/Lösungsmittel aus der Sprühdose sonst das Material angreift und es zu unschönem Schmelzen kommt (teilweise kann das aber auch gewollt sein).
   
 
   
  28. Das Grundieren eines solch großen Gebäudes kann eine Weile dauern, weswegen ein Grundieren mit Sprühdose auf alle Fälle zeitsparender ist, jedoch bleiben dann immer einige Stellen unbemalt, die dann in "Fummelarbeit" nachgepinselt werden müssen.
  29. Die Bemalung gestaltet sich etwas zeitaufwendiger als das Grundieren. Als erstes habe ich das Gebäude in einer Grundfarbe aus schwarz mit ocker trocken gebürstet, Diesem Farbton habe ich dann immer mehr ocker und zum Schluss etwas weiß hinzu gegeben.
  30. Der innere Teil wurde zuerst mit einer Schicht dunklem rotbraun trocken gebürstet. Im unteren Teil habe ich dann noch mal mit schwarz leicht abgedunkelt, und mit einer Mischung aus ocker/schwarz nachgebürstet. Für die Dachschindeln habe ich wieder den rotbraunen Ton verwendet, in den ich dann etwas ocker zum heller werden mischte.
   
Das fertige Gebäude:
weitere Bilder in der Gallerie
 
   
Ich hoffe das dieses Tutorial ein wenig erklären konnte wie ich üblicherweise Gebäuderuinen für Stadtgelände baue. Sicherlich sind nicht alle Arbeitsschritte bis ins letzte Detail beschrieben, aber ich denke das jeder für die kleinen Probleme seine eigene Lösung finden wird.
             
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